Liebe Leserinnen und Leser!

wirklich positiv blicken im Moment nicht so viele Menschen in die Zukunft , jedenfalls kommt mir das so vor: Europa in der Krise, Rechtspopulisten weltweit auf dem Vormarsch, Debatten über den Weg unserer Gesellschaft , oft scharf im Tonfall und geprägt durch ebenso einfache wie einseitige Lösungsvorschläge. Differenzierte Betrachtungsweisen werden kaum nocIh gehört. „Postfaktisch“ heißt ein neues Schlagwort. Emotionen statt  Argumente. Das macht Debatten nicht einfacher und kann einen Menschen wirklich pessimistischer in die Zukunft schauen lassen. Dieser Pessimismus macht auch vor den Kirchen nicht halt: Immer mehr Menschen kehren ihnen den Rücken, die einen kritisieren, dass sich die Kirchen zu sehr mit Fragen der Zeit beschäftigen, die anderen werfen ihnen vor, nur um sich selbst zu kreisen. Einig sind sich die Kritiker nur in der negativen Analyse: So geht es nicht.

In diesem Jahr feiern wir in der evangelischen Kirche 500 Jahre Reformation, auch verbunden mit der Frage, wie es weitergeht mit unserer Kirche und den Gemeinden. Für Martin Luther stand die Entdeckung des gnädigen Gottes im Vordergrund. Um bei Gott anerkannt zu sein, muss niemand etwas leisten. Es kommt allein darauf an, Gottes Wort zu hören und die Sakramente Taufe und Abendmahl zu empfangen. Diese Einsicht war für Luther eine große Befreiung und Entlastung, und sie ist es bis heute. Niemand muss sich die Gnade Gottes erst „verdienen“, um an das große Ziel der Ewigkeit zu gelangen. Der Glaube genügt. Aus dieser Freiheit heraus lässt sich bereits in diesem Leben befreit handeln, ohne die Sorge um sich selbst, aber mit einem wachen Blick für die Mitmenschen. Ein besonderer Akzent liegt im Jubiläumsjahr 2017 auf der Ökumene: Versöhnung zwischen den Konfessionen. Die Klage über die Spaltung der Kirche, aber auch der Wille, das Evangelium von Jesus Christus in aller Unterschiedlichkeit gemeinsam zu bezeugen. Luther selbst hat nicht daran gedacht, die Kirche zu spalten. Aber er scheute keine Debatte, wenn es um den evangeliumsgemäßen Glauben und um Fragen seiner Zeit ging. Manche Positionen Luthers müssen wir heute auch kritisch hinterfragen. Aber sein Engagement bleibt vorbildlich.

Der Satz von Laurence Sterne hätte dem Reformator vermutlich gefallen: Das Leben besitzt so viel Positives, dass Pessimisten ganz mutlos werden könnten. Wer auf Jesus Christus vertraut, steht auf festem Grund. Wer sich die Bibel zu Herzen nimmt, hat eine Vision von einem gelingenden und heilen Leben. Das macht Mut und gibt Kraft.

Im Jubiläumsjahr der Reformation wünsche ich mir, dass von uns Christen ein positiver Impuls ausgeht: Begeisterung für den Glauben und den Mut, in den Debatten unserer Zeit die evangelische Perspektive einzutragen. Ob das dem Pessimismus unserer Zeit den Wind aus den Segeln nimmt, weiß ich nicht. Aber der Versuch, gesprächsbereit zu bleiben und einladend einen anderen Akzent zu setzen, ist es wert – um Gottes und der Liebe willen.


Es grüßt Sie herzlich

Ihre Dekanin Petra Hegmann 

Die nächsten Termine

Erntedank
Sonntag, 01. 10, 09:30
Erntedankgottesdienst
Sonntag, 01. 10, 10:30
Erntedankgottesdienst
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Sonntag, 01. 10, 12:00

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