Liebe Leserinnen und Leser,

haben Sie als Kinder auch gerne mit Erde und Matsche gespielt? Oder machen Sie dies heute immer noch gerne? Für mich als Bauernkind ist der Umgang mit Erde etwas Schönes und Besonderes. Ich freue mich jetzt im Frühling wieder, in den Garten zu gehen und Kontakt zur Erde zu haben. Ich arbeite gerne mit der Hand im Boden, beim Bereiten der Erde oder beim Säen und natürlich dann beim Ernten. Auf dem Hintergrund solcher erdverbundenen und bäuerlichen Erfahrungen ist der zweite Schöpfungsbericht am Anfang der Bibel entstanden: „Da machte Gott, der Herr, den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in die Nase. So wurde der Mensch ein lebendiges Wesen“ (1. Mose 2,7).

Ein berührendes und eindrückliches Bild wird da vor Augen gestellt, finde ich. Gott haucht am Anfang des Lebens den Odem ein und am Ende des Lebens nimmt er ihn wieder zu sich. Das Wort „Ruach“ im hebräischen Urtext heißt sowohl Atem als auch Geist Gottes. Luther hat es mit dem wunderbaren Wort „Odem“ übersetzt - Odem des Lebens. Vom Schnauf Gottes sprechen die Schweizer.
Anschaulich und berührend nimmt die Bibel die wohl intensivsten menschlichen Erfahrungen auf und deutet sie im Lichte des Glaubens: der Beginn des Lebens mit dem ersten Atemzug; und das Ende des irdischen Weges, wenn ein Mensch den letzten Schnauf nimmt und das letzte Mal ausatmet. „Nimmst du weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder zu Staub. Du sendest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und du machst neu das Antlitz der Erde“, - so heißt es im Psalm 104.

Der Geist Gottes durchdringt alles Lebendige. Er hat durch Jesus Christus gewirkt und Menschen geheilt. Er hat Jesus Christus von den Toten erweckt und wird auch uns nach dem letzten Schnauf wieder zu sich holen.
Er verbindet uns als christliche Gemeinde. Das feiern wir an Pfingsten. Er schenkt Leben und Lebendigkeit. Der Kirchenvater Augustinus hat die Wirkung des Heiligen Geistes und den christlichen Gedanken der drei Seinsweisen Gottes mit dem Bild der Sonne einleuchtend und verständlich erläutert: Gott, Vater, ist wie die Sonne selbst, weit weg von uns und unserer Erde und doch das Kraftzentrum allen Lebens.

Die Strahlen der Sonne, das ist Jesus Christus, der die Verbindung von Gott zu uns Menschen bildet. Und der Heilige Geist, die Kraft Gottes in uns, ist das Leben, das das Licht der Sonne in uns wirkt: die Wärme, das Wachstum, die Lebendigkeit.

So können wir mit Gerhardt Tersteegen singen und beten:
„Du durchdringest alles;
lass dein schönstes Lichte,
Herr, berühren mein Gesichte.
Wie die zarten Blumen willig sich entfalten
und der Sonne stille halten,
lass mich so
still und froh
deine Strahlen fassen
und dich wirken lassen.“
(Evangelisches Gesangbuch 165,6)


In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein frohes und lebendiges Pfingstfest! Lassen Sie sich vom Heiligen Geist, dem Odem Gottes, berühren und wärmen, in den Gottesdiensten, am Pfingstmarkt, im Garten - und überhaupt beim Einatmen und Ausatmen.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Pfarrer Reinhold Schott

 

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