Liebe Leser, am 1.November war in der Zeitung zu lesen, dass Frankenberg vorhat, die Weihnachtsbeleuchtung zu erneuern. Nach dem Toten - bzw. dem Ewigkeitssonntag sollen ab diesem Jahr die vielzackigen „Herrnhuter Weihnachtsterne“ die Fußgängerzone in der Weihnachtszeit festlich erleuchten.

Manche von Ihnen werden einen dieser Weihnachtssterne bereits bei sich Zuhause hängen haben, zu Zeit der DDR war dieser ja ein beliebtes Reisemitbringsel. Was hat es mit diesen Sternen auf sich?

Herrnhut ist eine kleine Ansiedlung in der Lausitz, wo das Landgut des Grafen Ludwig von Zinzendorfs lag, von dem aus im 17. Jahrhundert eine christliche Erneuerungsbewegung ausging, der die Gleichberechtigung aller ihrer Mitglieder ganz besonders wichtig gewesen ist und für die der christliche Glaube ein Licht war, dass ihr Leben hell gemacht hat. Als Zeichen dafür haben sie diese besonderen Weihnachtssterne gefertigt. Und dann war es Pfarrer Horst Schiffner ihnen wichtig, in die Welt hinauszugehen, anderen davon zu erzählen, wie das Weihnachtskind Jesus für sie selbst zum Licht geworden ist. Deshalb gibt es heute ‚Herrnhuter Gemeinden‘ in der ganzen Welt, z.B. in Afrika oder in Lateinamerika.
Die vielen Sterne weisen auf den einen besonderen Stern hin, der laut Bibel die einzige Festbeleuchtung am Geburtsort Jesu ist. Und dieser Stern ist nicht liebevolle Weihnachtsdekoration, sondern ein Hinweiszeichen auf das weihnachtliche Geburtstagskind. Die Bibel erzählt die Geschichte von Menschen, denen dieser eine Stern den Weg zu Jesus, dessen Geburt wir an Weihnachten feiern, gewiesen hat. Der Stern, also ein Hinweiszeichen für Menschen, die auf der Suche sind, nach Dingen, die sich nicht bestellen oder in den Geschäften kaufen lassen!
Auf der Suche nach Frieden, für sich selbst und für diese Welt, auf der Suche nach Gerechtigkeit, nach vorbehaltloser Liebe und nach Angenommensein, nach einem neuen Anfang, nach einer hoffnungsvollen Perspektive für ihr Leben, auf der Suche nach Gott, nach einem Licht, dass ihr eigenes Leben zum Leuchten bringt!
Viele wünschen sich das: Wenn doch ein Stern für mich leuchten würde! Dabei sind in Wahrheit die Sterne so unbegreiflich weit entfernt. Viele sehen das im Blick auf Gott ebenso: Gott ist unendlich entfernt von meinem Leben.
Aber wenn nun Gott zu uns käme, in unser Leben, wie es wirklich ist, ein Leben ohne Festbeleuchtung und mit all seinen Schattenseiten? Dass Gott gerade so zu uns kommt, uns in Jesus ganz nahekommt, dass er da das Licht anmacht, wo ich klein, übersehen und verletzlich bin, da lebt, wo ich lebe, das erleidet, was ich erleide, mit mir aushält und mich festhält, wo mich nichts mehr hält, genau das feiern wir Christen an Weihnachten. Darum wurde Jesus nicht in einem Palast mit Festbeleuchtung oder in einer heimeligen Weihnachtsstube, sondern in einem Stall geboren. Wer Gottes ganze Liebe zu uns darin entdecken will, wer die Geburt Jesu im Stall, sein Leben und sogar sein Sterben als Antwort Gottes auf unsere Sehnsucht entdecken will, muss sich wie die Menschen damals auf den Weg machen, sich von festgefahrenen Vorstellungen von Gott freimachen. Er muss sich seiner eigenen Sehnsucht stellen und ihr Raum geben in seinem Leben. Das ist der Stern, der uns den Weg weist, der uns zu Jesus führen will. Denn Jesus ist und bleibt das Weihnachtsgeschenk Gottes an uns, weil er uns mit der ewigen Liebe Gottes verbindet!
Nehmen Sie die vielen Weihnachtssterne darum einmal ganz bewusst wahr: Sie wollen mehr sein als nette Dekoration der Weihnachtszeit, so wie Weihnachten selbst viel mehr sein will als jährliche Dekoration unseres Lebens. Sie wollen uns Hinweiszeichen sein, auf den Gott, der sich finden lässt, wenn wir ihn in die Fragen und die Dunkelheit unseres Lebens hineinbitten und wenn wir dem Stern unserer Sehnsucht folgen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihren Stern, Ihr Hinweiszeichen finden, das Sie zu Jesus Christus führt. Ich wünsche Ihnen, dass Sie hinter den vielen Lichtern das eigentliche Licht finden, das Licht der Liebe, weil die Liebe, - die empfangene und die weitergegebene - die eigentliche Festbeleuchtung unseres Lebens ist.
Damit Sie zu glücklichen Findern werden, laden wir Sie als Kirchengemeinde herzlich ein, diesem Licht bei den Gottesdiensten, Andachten und Konzerten, schon im November, aber erst recht in der Weihnachtszeit und dann auch im neuen Jahr auf die Spur zu kommen, sodass in Ihnen selbst ein Licht des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung entzündet wird. Lassen Sie sich in das Fest von Gottes Liebe einladen, denn seine Liebe bringt unser Leben zum Strahlen und macht es zu einem Licht für andere – nicht nur zu Weihnachten!

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Pfarrer Horst Schiffner

Die nächsten Termine

3. Advent
Sonntag, 16. 12, 10:30
3. Advent
Sonntag, 16. 12, 17:45
4. Advent
Sonntag, 23. 12, 09:30
4. Advent
Sonntag, 23. 12, 10:30

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