Liebe Leserinnen und Leser,
an der Schwelle zum Herbst sehe ich herrlich leuchtende Sonnenblumen in unseren Gärten. Es kommt mir so vor, als wollten sie die Sonnenstunden des Sommers einfangen und speichern, für die Zeit, wenn die Tage kürzer und trüber werden.

Für Jesus sind die Blumen auf dem Felde neben den Vögeln ein Zeichen der Hoffnung. Er fragt: Ist es nötig, dass wir uns ständig Sorgen um unsere Zukunft machen? Und dann redet Jesus davon, dass die Vögel nicht säen und sammeln und doch von Gott ernährt werden.

Die Blumen auf dem Feld sind ganz ohne ihr Zutun schöner gekleidet als der biblische König Salomo in all seiner Seide. Schließlich legt Jesus uns Menschen folgende Worte ans Herz: „Sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage habe (Matthäus 6,34).“

Von der schwedischen Schriftstellerin Selma Lagerlöf stammen folgende Worte: „Man sollte nicht ängstlich fragen: Was wird und kann noch kommen? Sondern sagen: Ich bin gespannt, was Gott  jetzt noch mit mir vorhat.“

Selma Lagerlöf beschreibt in diesen Sätzen eindrücklich, dass es zwei Möglichkeiten gibt, an die Zukun heranzugehen: Die einen sehen ängstlich und sorgenvoll in die Zukunft . Alles was kommt und sich verändert, könnte bedrohlich werden. Sie fürchten bei jeder Veränderung das Negative, und hätten am liebsten, dass alles so bleibt, wie es gerade ist.

Die anderen nehmen den Blick in die Zukunft  viel gelassener und vertrauensvoller. Sie haben erfahren, dass im Leben nichts so bleibt, wie es ist. Das Leben ist immer in Bewegung. Leben ist Veränderung. An dem Neuen, das kommt, sehen sie eher das Positive. Es könnte ja etwas Spannendes dabei sein: eine neue Chance, eine Tür, die sich öffnet oder eine neue Herausforderung.

Dinge so zu sehen, fällt uns nicht immer leicht. Vertrauensvoll in die Zukunft  zu schauen können diejenigen besser, die das tiefe Vertrauen gefasst haben, dass in allem, was sich verändert, auf Gott  Verlass ist. Menschen, die nicht bei sich selber stehenbleiben, sondern mit Selma Lagerlöf zu sagen wagen: „Ich bin gespannt, was Gott  jetzt noch mit mir vorhat.“ Wenn wir diese Worte wie Sonnenstrahlen in uns aufnehmen, wird sich unsere Sicht der Dinge verändern.

 Ich wünsche mir und Ihnen, dass wir mit Gottes Hilfe zu dieser vertrauensvollen Lebenshaltung finden. Es lebt sich viel hoffnungsvoller, wenn ich nicht der Angst Platz mache, sondern der Hoffnung Raum gebe, dass Gott  mir eine Zukunft  schafft , selbst wenn ich mir das heute noch nicht recht vorstellen kann. Und dass er uns auch die Kraft  geben wird, Schwieriges zu be- wältigen und Trauer auszuhalten. Und die Sonnenblumen? Sie können für uns sichtbare Boten dieser Hoffnung werden. Ganz sicher leuchten sie Ihnen von den schön geschmückten Altären in unseren Kirchen beim Erntedankfest entgegen. Sie sprechen von der Hoffnung, dass Gott  uns alles geben wird, was wir zum Leben brauchen – auch wenn die trüberen Tage kommen und die Hoffnung sich bewähren muss.

Seien wir also gespannt, was Gott  in diesem Herbst mit uns vorhat.
Ich grüße Sie herzlich,
Ihr Pfarrer Horst Schiffner 

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