Liebe Gemeinde!

Ich sitze zu Hause am Schreibtisch und denke nach. Was ist das bloß für eine Zeit, frage ich mich. Bilder aus den Nachrichten von gestern Abend ziehen an mir vorüber. Statistiken mit Infizierten und Verstorbenen. Die Sorge im Gesicht der Hausärztin, die von den immer knapper werdenden Schutzmaterialien berichtet. Der Familienvater, dessen kleiner Betrieb die Krise vermutlich nicht überstehen wird. Unfassbar. Wie lange wird das noch so gehen? 

Geröstetes Brot in der Wüste

Liebe Gemeinde!

Begegnungen sind zurzeit nicht möglich. Und doch ereignen sie sich hier und da. Zum Beispiel zwischen Frau S. und Pfarrer K. am Gartenzaun – natürlich mit dem gebotenen Sicherheitsabstand.

Pfr. K.:             Hallo, Frau S. Schön, Sie zu sehen. Wie geht es Ihnen?

Fr. S.:              Danke. Gesundheitlich ist alles in Ordnung. Aber ich habe zu viel Zeit zum Nachdenken.

Liebe Gemeinde!

Als wir letztes Jahr mit unseren Konfirmanden auf KonfiCamp im Knüllhouse in Neukirchen waren, haben wir ein besonderes Experiment gemacht. Die Jugendlichen haben sieben Zettel bekommen, auf die sie sieben wichtige Dinge schreiben sollten. Dinge, auf die sie nur ungerne verzichten würden. Diese Zettel haben wir dann in kleine Stoffsäckchen gelegt und uns damit auf eine Wanderung begeben. Unterwegs gab es sieben Stationen, an denen die Jugendlichen jeweils einen ihrer Zettel abgeben mussten. Die Reihenfolge durften sie selbst bestimmen. Und dann haben wir darüber gesprochen: Wie fühlt es sich für Dich an, diese wichtige Sache in Deinem Leben hergeben zu müssen? Meinst Du, Du könntest tatsächlich eine Zeit lang darauf verzichten?

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