Schadenskartierung an der Liebfrauenkirche begann mit moderner Messtechnik einer Drohne

Das ist dem Kirchturmhahn noch nie passiert: Acht kleine Rotorblätter summen um ihn herum, darunter späht ein scharfes Kameraauge. Die Fotodrohne macht Bilder im Sekundentakt, während sie den Turm der Liebfrauenkirche von oben bis unten umkreist – an diesem Tag werden mehr als 2000 Fotos gespeichert. Es geht aber nicht um die Schönheit des Bauwerks – es geht um Schäden, die hier mit neuartiger Technik dokumentiert werden.

Schädigende Umwelteinflüsse haben über Jahrzehnte den Naturstein der Fassade des Kirchturms angegriffen: Risse, Brüche, fehlender Fugenmörtel, abplatzende Steinschalen – dies alles soll im kommenden Jahr bei einer großen Sanierung beseitigt werden. Die Schadenskartierung ist der erste Schritt, bevor im kommenden Februar die Gerüste gestellt werden.
„Wir ermitteln auf diese Weise detaillierte Schadensbilder an dem rund 40 Meter hohen Turm, können auch in für uns nicht erreichbare Winkel hinter den Ecktürmchen schauen und sehr konkret planen“, sagt Architekt Johann Heinrich Berghöfer (Münchhausen). Dafür wurden Spezialisten beauftragt: Carsten Werner und Bernd Schmidt von der jungen Kasseler Firma Topotwin GmbH, die mit einer neu entwickelten Visualisierungssoftware aus Fotos und Laserscans hochpräzise Orthofotos von Bauwerken, Räumen oder archäologischen Fundstätten erstellen.
Darum laufen, während der Oktokopter (Drohne mit acht Rotoren) entlang der Turmfassade der Liebfrauenkirche schwebt und seine Fotos macht, simultan auf Messpunkten am Boden zwei Scanner mit, die eine zentimetergenaue Einmessung der Bilder ermöglichen.
„Unsere Kamera speichert Bilder mit einer Auflösung von 42 Megapixeln, da kann man im Sandstein sogar noch Haarrisse erkennen“, erläutert nicht ohne Stolz Geschäftsführer Carsten Werner, während sein auch als Pilot ausgebildeter Kollege Bernd Schmidt mit dem kleinen Fluggerät systematisch den Kirchturm anfliegt. „Aus ihren Messergebnissen stellen beide dann 3-D-Modelle her, „digitale Zwillinge“, die die Realität fotorealistisch und hochpräzise abbilden.
Alles konnte die Fotodrohne an der Liebfrauenkirche allerdings nicht ausspähen: Um den verwinkelten Turmumgang unter der Türmerstube mit der Kamera zu untersuchen, mussten die Techniker zum Schluss dann doch noch 147 Steinstufen selbst hinaufklettern.

Karl-Hermann Völker 
 

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