In der Zeit vom 26. September bis zum 12. Oktober 2019 bereiste nach 5 Jahren wieder einmal eine Reisegruppe aus unserem Kirchenkreis, bestehend aus Bianca Minnich aus Battenhausen, Sarah Bornscheuer aus Röddenau und mir, Pfarrer Schiffner, den Partnerkirchenkreis Borwa I in Südafrika. Zuletzt war im Lutherjubiläumsjahr 2017 eine Besuchergruppe aus Südafrika im Kirchenkreis Frankenberg zu Gast gewesen. Fast alle Teilnehmer haben wir wiedergesehen und es gab jeweils eine große Wiedersehensfreude.

Zwei von ihnen haben uns gemeinsam mit einem jungen Mann die ganze Reisezeit über begleitet. Sie haben für eine gute Organisation unserer Reise gesorgt und waren zugleich wichtige Gesprächspartner für uns, ganz besonders Boitumelo Letlhake, die bereits drei Mal bei uns in Deutschland zu Gast war und dadurch unschätzbar für unsere Partnerschaft ist. Wie bei meinen Besuchen in 2009 und 2011 erlebten wir auch dieses Mal ein überschwängliches Willkommen in allen Gemeinden des Kirchenkreises und viele großartige Gastgeber.

Besonders freuten wir uns auf das Wiedersehen mit unserer südafrikanischen Praktikantin Gomolemo Dipico, die wir Anfang des Jahres in Frankenberg verabschiedet hatten. So lernten wir ihre reizende kleine Tochter Kealeboga (auf deutsch: „Danke“) kennen.
Leider ist sie zur Zeit ohne Arbeit und damit eine von den über 50 Prozent Jugendlichen, die in dieser Region arbeitslos sind. Auf den ersten Blick scheint es seit 2011 wenig Veränderungen gegeben zu haben, aber die sozialen Bedingungen haben sich drastisch verschlechtert. Fast alle Minen wurden geschlossen, die Landflucht hält unverändert an und die Abwanderung aus der Region führt z.T. zum dramatischen Schrumpfen der Gemeinden. Wir haben auch angesichts der großen Perspektivlosigkeit vieler unübersehbare Spuren von zunehmender Gewaltbereitschaft gesehen. Viele Hoffnungen richten sich auf den neuen Präsidenten Cyril Ramophosa, das Land aus der wirtschaftlichen Krise zu führen.

Trotzdem sind wir in den Kirchengemeinden auch vielen Menschen begegnet, die uns durch ihren fröhlichen Glauben beeindruckt haben, einen Glauben, der ihnen hilft, trotz der schwierigen Rahmenbedingungen zuversichtlich in die Zukunft zu blicken, was besonders in ihren Gesängen und ihren Gebeten zum Ausdruck kommt. Bei einem Chorfestival der Landeskirche erlebten wir an einem Tag den eindrücklichen Auftritt von über 40 Chören mit. Wir sahen eine bunte Vielfalt von Gottesdiensten und Andachten. In einer Gemeinde feierten wir das erste Kinderabendmahl mit, in einer anderen gab es Ministrantinnen, die Weihrauch schwenkten, was dem Gottesdienst sein besonderes Flair gab. Kinder führten uns voller Stolz Tänze und Gesänge aus ihrer Kultur vor. Eindrücklich war für uns die Andacht eines Pfarrers im Fußballtrikot. Wir haben auch offen über die Probleme in den Gemeinden geredet: Die kleinen Gemeinden, die angesichts der Landflucht und der Konkurrenz vieler anderer Kirchen ums Überleben kämpfen. Ich hatte den Eindruck, gerade dort war unser Besuch besonders wichtig. Ein immer wiederkehrendes Thema war das Leiden an der Abwanderung der Jugendlichen zu anderen Gemeinden. Es herrscht nach wie vor großer Pfarrermangel, sodass bereits pensionierte Pfarrer Gemeinden betreuen müssen. Aber wir trafen auch junge Leute, die trotz aller Schwierigkeiten die Ausbildung zur Pfarrerin/zum Pfarrer aufgenommen haben, darunter Boitoumelo Letlhake. Schwieriger war es, über politische Fragen oder Umwelthemen ins Gespräch zu kommen. Neben den Gemeindebegegnungen nahm der Besuch von Schulen (z.B. für Blinde) und verschiedener Sozialprojekte einen breiten Raum ein, wobei mich besonders ein Projekt für behinderte Kinder und Jugendliche beeindruckte, das sich seit meinem ersten Besuch 2009 hervorragend entwickelt hat und für mich eines der ermutigenden Zeichen ist, dass sich Dinge zum Positiven verändern lassen. Bei allen Unterschieden durften wir eine Verbundenheit im Glauben durch unsere Partner erleben, die meine beiden Mitreisenden und auch mich erneut beeindruckt hat und dafür steht, dass die Partnerschaft auch nach 36 Jahren l lebendig ist und eine Fortsetzung verdient hat.

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