Andacht
Andacht
Liebe Leserinnen und Leser,
„Woran glaubst du?“,
haben wir die Jugendlichen gefragt, die seit April den neuen Konfirmandenkurs in unserer
Gemeinde besuchen. Als die Stunde zu Ende ist, sitzen wir da mit einer Menge Zettel, die uns
zutiefst berührt haben und lesen sie noch einmal durch:
Ich glaube an wahre Freundschaft und dass meine Eltern für mich da sind.
Ich glaube, dass alle Menschen Gott wichtig sind.
Ich glaube an Zukunft und dass die Welt besser wird.
Ich glaube, dass (fast) alle Menschen ein gutes Herz haben.
Ich glaube, dass die Erde uns hält.
Ich glaube, dass Gott mir den Weg weist und dass er mir hilft, wenn ich Hilfe brauche.
Ich glaube an Engel.
Ein richtiges Glaubensbekenntnis ist entstanden. Und das, obwohl die Konfirmandenzeit für die Jugendlichen gerade erst
begonnen hat.
„Woran glaubst du?“
Ja, woran glaubst du eigentlich selbst, habe ich mich im Nachgang gefragt.
Und dann habe ich mir die übriggebliebenen Zettel genommen und darauf folgende Sätze geschrieben:
Ich glaube, dass die Schöpfung das größte Kunstwerk aller Zeiten ist.
Trotzdem wird sie nicht halb so gut geschützt wie die Mona Lisa.
Ich glaube, dass jeden Tag mehr Mitmenschlichkeit geschieht als Unmenschlichkeit (ohne die Unmenschlichkeit damit klein-
reden zu wollen).
Ich glaube, dass die Kirche weniger Strategiepläne braucht und mehr Sandalen, um hinauszugehen und den Menschen von
Gott zu erzählen. Am besten in Form von Geschichten, weil sie da besser zuhören (biblische Weisheit).
Ich glaube, dass Menschen zusammen weit mehr schaffen könnten,
als sie glauben.
Ich glaube unserem Verteidigungsminister, wenn er sagt, dass wir aus Gründen der Abschreckung aufrüsten müssen. Und
trotzdem glaube ich nach wie vor, dass Liebe stärker ist als alle Waffen.
Ich glaube nicht, dass Gott Menschen in dunkle Täler schickt, aber ich glaube, dass er immer mit hindurchgeht.
Ich glaube, dass Gott nichts unmöglich ist, dass ein Wort von ihm genügt und dass er am Ende das letzte Wort behalten
wird.
Ich glaube, dass der Himmel etwas mit Heilwerden zu tun hat und dass es dort nicht langweilig ist, auch wenn Ewigkeit ganz
schön lang klingt.
„Woran glaubst du?“ – Wenn Sie mögen, sind Sie jetzt dran.
Herzliche Grüße und eine gesegnete Sommerzeit
Ihre Pfarrerin Emilie Berreth
